Die Pfeffinger Glocke

Pfeffingen war bereits in vorchristlicher Zeit (Kelten, Römer) als zentrale Begräbnisstätte von hoher kultureller Bedeutung für die Region gewesen.
In der Folge wurde hier zirka 600 nach Christus mit dem Bau einer Kirche und angeschlossenem Friedhof begonnen. Diese Kirche, die dem heiligen Sankt Peter gewidmet war, versah man um 1420 mit drei Glocken. Eine dieser Glocken ging nach dem Dreißigjährigem Krieg 1651 - aus einer Notlage heraus - als Leihgabe an die vier Kilometer entfernete Ortschaft Erpolzheim. Diese verpflichtete sich:
"Bey unseren wahren worthen, ehren, treuem und gutem glauben."
Während das Schicksal der beiden anderen Glocken bis heute ein Geheimnis blieb, begann im 19. Jahrhundert eine Auseinandersetzung über die Rückgabe der Hauptglocke, der sog. Pfeffinger Glocke. Diese wurde zum Teil erbittert geführt und dauert über 170 Jahre. Erst im Jahr 2003 kam es zu einer Einigung durch einen freiwilligen Beschluss der Kirchen- und Ortsgemeinde Erpolzheim. Die "Pfeffinger Glocke" sollte der protestantischen Kirchengemeinde Ungstein unter folgenden Bedingungen übergeben werden:
- Einsatz nur an einer öffentlichen, zugänglichen Erinnerungstätte
- Dokumentation der Geschichte der Glocke am neuen Standort
- Jährliches Treffen zur Würdigung der Bedingungen des historischen Vertrages mit ökumenischem Gottesdienst
Am 15. Juli 2005 wurde die knapp 600 Jahre alte Pfeffinger Glocke anlässlich der Eröffnung der Pfeffinger Weinlaube feierlich an ihrer alten und gleichzeitig neuen Stätte eingeweiht.
Möge die Pfeffinger Glocke - gemäß Ihrer eigenen Inschrift - stets Ihre Stimme erschallen lassen über friedliche Menschen und ein friedliches Land !
zum Seitenanfang
